Welche Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt sind wichtig?

Als gesetzlich Krankenversicherte haben Sie ein Recht auf bestimmte Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt. Zusätzlich zu diesen Untersuchungen gibt es Leistungen, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Dieser Artikel soll Sie darüber informieren, ab welchem Alter Ihnen die jeweiligen Untersuchungen zustehen und in welchem Abstand sie erfolgen sollten. Im zweiten Teil des Artikels geht es um die Vorsorgeuntersuchungen, die Sie gegebenenfalls selbst bezahlen müssen und inwieweit diese sinnvoll sind.

Die folgenden Vorsorgeuntersuchungen werden von der Krankenkasse ab dem genannten Alter übernommen:

Vorsorgeuntersuchungen ab dem 20. Lebensjahr

Einmal pro Jahr sollten Sie sich zur Früherkennung auf Gebärmutterhalskrebs untersuchen lassen. Hierzu wird zum Einen direkt bei Ihrem Gynäkologen eine Untersuchung des Intimbereichs vorgenommen, zum Anderen wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals für einen sogenannten Pap-Test eingeschickt.

Bei der Untersuchung in der Praxis wird der Intimbereich sowohl äußerlich als auch im Inneren abgetastet und nach Auffälligkeiten oder Veränderungen abgesucht.

Der Pap-Test dient zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Hierzu werden die vom Gebärmutterhals abgetragenen Hautzellen auf einen Objektträger aufgetragen und zur weiteren Untersuchung an ein Labor geschickt. Dort werden die Zellen gefärbt und der Pap-Wert bestimmt. Wenn die Probe unauffällig war, also ein Pap-Wert von 1 oder 2 vorliegt, dann müssen Sie erst im nächsten Jahr wieder einen Test machen lassen. Sollte der Wert höher sein, dann liegen entzündliche oder verdächtige Veränderungen vor und es müssen weitere Untersuchungen vorgenommen werden.

Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres, werden in Deutschland die Kosten für die Untersuchung auf Chlamydieninfektion einmal pro Jahr von der Krankenkasse übernommen. Diese Untersuchung ist vor allem für Frauen wichtig, die sexuell aktiv sind. Chlamydien sind Bakterien, die der Körper in der Regel, vorausgesetzt das Immunsystem ist stark genug, alleine bekämpfen kann. Dennoch sollten Sie die Infektion mit Chlamydien nicht unterschätzen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe sind Tausende von Frauen auf Grund einer Chlamydieninfektion unfruchtbar geworden.

Für den Test wird beim Frauenarzt eine Urinprobe abgegeben, diese wird dann auf Rückstände des Bakteriums untersucht. Wenn eine Chlamydieninfektion frühzeitig erkannt wird, gibt es gute Chancen sie mit Antibiotika zu behandeln.

Vorsorgeuntersuchungen ab dem 30. Lebensjahr

Mit dem Erreichen des 30. Lebensjahrs sollten einmal im Jahr die Brust und die Achselhöhlen auf mögliche Verhärtungen oder vergrößerte Lymphknoten abgetastet werden. Bei dieser Gelegenheit wird Ihr Gynäkologe Ihnen zeigen, wie Sie diese Untersuchung künftig auch zu Hause vornehmen können. Dies sollten Sie dann jedes Mal zu Beginn Ihres Zyklus durchführen. Der jährliche Termin beim Frauenarzt sollte dennoch weiter eingehalten werden.

Vorsorgeuntersuchungen ab dem 50. Lebensjahr

Ebenfalls zur Brustkrebs Früherkennung werden Sie ab dem 50. Lebensjahr zur Mammografie eingeladen. In der Regel erhalten ein Schreiben, in der Sie auf Ihren ersten Termin hingewiesen werden. Alle zwei Jahren können Sie diese Untersuchung durchführen lassen, bis einschließlich zum 70. Lebensjahr. Bei der Mammografie handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung der Brust. Mit dieser Methode soll das Brustgewebe auf verdächtige Herde untersucht werden, um dann gegebenenfalls weitere Untersuchungen vorzunehmen.

Bei den oben genannten Untersuchungen handelt es sich um freiwillige Maßnahmen. Sie sind nicht dazu verpflichtet diese wahrzunehmen, jedoch ist es sehr zu empfehlen. Denn besonders bei Krebserkrankungen sind die Genesungsprognosen umso größer, je früher man die Erkrankung feststellt.

Sie sind jedoch von Seiten der Krankenkasse mit Erreichen des Alters für die jeweilige oben vorgestellte Untersuchung ein Aufklärungsgespräch bei Ihrem Frauenarzt wahrzunehmen. Dort werden Sie über das Verfahren, den Nutzen und mögliche Risiken aufgeklärt. Sollten Sie weder die Aufklärungsgespräche besuchen noch die Vorsorgeuntersuchungen einhalten, hat Ihre Krankenkasse das Recht Sie mit 2 % statt 1% Ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen an den Behandlungskosten zu beteiligen.

Individuelle Gesundheitsleistungen: Wie sinnvoll sind sie?

Individuelle Gesundheitsleistungen werden von der Krankenkasse nicht übernommen und müssen daher von Ihnen selbst bezahlt werden. Hierzu gehören unter anderem:

Ultraschall-Untersuchung

Die Ultraschall-Untersuchung der Gebärmutter und der Eierstöcke wird von Gynäkologen als Zusatzleistung angeboten. Der Nachteil bei dieser Untersuchungsmethode ist jedoch, dass Sie keine eindeutigen Ergebnisse liefert. Man kann also nicht mit Sicherheit eine Krebserkrankung nachweisen oder ausschließen.

Der HPV-Test

Humane-Papillomviren (HPV) gelten als Hauptrisikofaktor bei Gebärmutterhalskrebs. Der HPV-Test kann zusätzlich zum Pap-Test gemacht werden. Falls der Pap-Test Auffälligkeiten gezeigt hat, übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den HPV-Test. Mit Hilfe dieses Tests können die Viren im Gewebe nachgewiesen werden.
Falls der Pap-Test jedoch unauffällig war, müssen Sie die Kosten für den HPV-Test selbst tragen.
Sie sollten dabei beachten, dass der Nachweis von HPV-Viren nicht zwangsläufig auf Gebärmutterhalskrebs hindeuten muss. Das eigene Immunsystem ist oftmals in der Lage die Viren von alleine zu bekämpfen. Daher ist der Nutzen für die Früherkennung bisher noch nicht eindeutig geklärt.

Dünnschichtzytologie

Bei dieser Methode wird ein Abstrich von Zellen aus der Scheide entnommen. Die entnommenen Zellen werden von Blut und Schleimhaut gereinigt und aufgetrennt. Die reinen Zellen werden dann in einer dünnen Schicht auf einen Objektträger aufgetragen und unter dem Mikroskop untersucht.
Da die Dünnschichtzytologie zur Bestimmung von Zellveränderungen nicht besser geeignet ist als der Pap-Test, gehört er zu den Individualleistungen.

Letztlich müssen Sie selbst entscheiden, welche zusätzlichen Untersuchungen Sie durchführen lassen möchten. Ihr Gynäkologe sollte Sie jedoch im Vorfeld beraten und Ihnen Kosten, Nutzen und mögliche Risiken ehrlich und gewissenhaft erläutert haben.

 

https://www.multi-gyn.de/was-passiert-bei-der-gynaekologischen-vorsorgeuntersuchung.html

http://www.onmeda.de/behandlung/gynaekologische_krebsfrueherkennung.html

https://www.gesundheit.de/familie/frauengesundheit/untersuchungen-beim-frauenarzt/untersuchungen-beim-frauenarzt

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